lauter niemand - bio - prosa - lyrik - poetik
2010
 
Isabella Vogel
 
Isabella_Voge
 
     
 

Isabella Vogel wurde 1988 in Berlin geboren. Sie arbeitete als Au-Pair in Monaco, war Praktikantin am Maxim-Gorki-Theater und machte nach einigen Semestern Französisch und Philosophie eine Ausbildung zur Heilerziehungspflege. Ihr erster Roman "Am Sonntags kommt keiner" erschien in der Dahlemer Verlagsanstalt. Veröffentlicht hat Sie im Tagesspiegel, in diversen Literaturzeitschriften und Anthologien. Ein Liedtext von Ihr ist auf der Songs-of-Joy-Cd vom Maxim-Gorki-Theater. Sie moderierte das Onlineliteratur- und Kunstforum "Blauer Salon". (www.blauersalon.net) und baute es später mit zur Lesebühne auf.

Zu lauter niemand kam Isabella Vogel als sehr junge Autorin, die hier schnell mit ihren Texten Freunde fand und sich zur kompetenten Kritikerin in den Textgesprächen entwickelte. Die Idee des Literaturlabors verstand und begeisterte sie auch wegen vergleichbarer berühmter Vorgänger und sie wollte diese Geschichte weiter und anders fortsetzen. So bestimmte sie über mehrere Jahre dessen Geschicke wesentlich mit, indem sie es mitorganisierte und moderierte, Lesungen mitveranstaltete und als Redakteurin der Literaturzeitung arbeitete. Literatur bedeutete Ihr zur Welterforschung und -bemächtigung auch Lebensfeier und sie war hungrig nach neuen Erfahrungen, die sie oft in ihre Texte einfließen ließ. Mit ihrer Lyrik wollte sie die Menschen erreichen und mitnehmen und erinnerbare Momente schaffen. So lehnte sie ein Schreiben von Literaten für Literaten ab und den Versuch, sich durch selbstverliebte Gespreiztheit als solcher profilieren zu wollen. Sie liebte die Grenzüberschreitung, hasste Engstirnstirnigkeit und kleingeistige Krämerseelen und war selbst bis zur Selbstaufgabe großzügig. Letzteres ließ sie auch Schaden nehmen, wenn sie an die falschen Leute geriet. Ihre in vielem jugendlich genialistischen Züge hatten nicht nur hierin Ihre dunkle und auch kompromißlose Seite. Anders, als es sich viele Menschen ihrer nahen und auch ferneren Umgebung gewünscht hätten, setzte sie 2016 ihrem Leben selbst ein Ende. Es ist zur persönlichen Trauer auch traurig für die Literatur. Wenn es einen Himmel für gute Schriftsteller gibt, dann wird sie dort aufgenommen. Nur dies ist für die Zurückgebliebenen ein schwacher Trost.

 
veröffentlicht:
lauter niemand 8
lauter niemand 9
 
lesungen
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